04
MAI
2021

Yubo – Facebook-Alternative aus Frankreich

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04.05.2021

Französische Entwickler haben 2015 das neue soziale Netzwerk Yubo kreiert, das es mit Facebook und Co. aufnehmen soll. Es gibt keine Werbung und Like-Funktionen, stattdessen setzt Yubo auf echten Austausch. Dennoch ruft die Plattform auch Kritiker auf den Plan. In Deutschland ist das Netzwerk seit Ende 2020 verfügbar.

Zielgruppe sind vor allem Jüngere, insbesondere Vertreter der Generation Z, die um die Jahrtausendwende geboren wurden.

Raum für Gespräche

Herzstück des Netzwerks sind virtuelle Räume, die nach Themen und Standorten der Nutzer aufgeteilt sind und in denen sich die Teilnehmer austauschen können. Von Politik über Musik bis hin zu Belanglosem ist alles dabei. Auch Spiele lassen sich dort spielen. Im besten Fall kann man so Freundschaften schließen, die auch im realen Leben Bestand haben, allerdings braucht man eine Einladung von einem der Nutzer in den Räumen. Die Teilnehmerzahl beträgt meist zwischen fünf und zehn.

Zubuchbare Optionen und Reichweite

Die App finanziert sich nicht über Werbung, sondern Zusatzangebote: Einige Funktionen sind frei verfügbar, für andere müssen einmalig ein bis zwei US-Dollar gezahlt werden. Es ist auch möglich, für zehn Dollar ein monatliches Abo abzuschließen. Neben mehr Funktionen führen die Bezahloptionen auch zu einer größeren Reichweite.

Wachstum dank Corona

Wie so vielen Online-Anbietern hat die Pandemie auch Yubo in die Karten gespielt. Im Jahr 2020 stieg die Nutzerzahl deutlich an, wobei die meisten nicht aus Frankreich kommen. Dort sind es nur 5 Prozent der Nutzer, der überwiegende Teil kommt aus Nordamerika, Großbritannien und Australien. In Deutschland haben sich bisher 300.000 Nutzer angemeldet.

Schutz und Kritik

Eine der größten Leitlinien von Yubo ist, seine Nutzer zu schützen. So dürfen 17-jährige nicht mit Jüngeren kommunizieren, Mobbing, Unterwäschebilder und Gewaltdarstellungen sind ebenfalls verboten. Um das zu gewährleisten werden unter anderem alle Accounts auf Echtheit überprüft.

Kritik gibt es allerdings an der Tatsache, dass Yubo einer so jungen Zielgruppe Abos anbietet, darüber hinaus können Nutzer andere Profile per Swipe bewerten. Auch finden sich trotz Gegenmaßnahmen pornografische Inhalte und Hass. Ob Yubo langfristig bei wachsender Nutzerzahl auf Werbung verzichtet, ist ebenfalls fraglich. (tl)