14
JUL
2015

Shoppen mit dem Selfie – Mastercard macht’s möglich

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14.07.2015

Facebook ist voller Selfies – diese Beliebtheit des modernen Selbstportraits will sich jetzt die Kreditkartengesellschaft Mastercard zunutze machen. Wer sich keine Passwörter oder Pin-Nummern merken kann, der soll sich in Zukunft beim Bezahlen auf die Gesichtserkennung via Smartphone verlassen können.

Mit dieser Idee erhofft sich die Kreditkartenfirma, zum einen Pin-Nummern sowie Passwörter überflüssig zu machen und zum anderen die jüngere Generation für sich zu gewinnen. Eine eigens dafür entwickelte App soll dies möglich machen, die vorab von 500 Probanden getestet wird.

Ein Blinzeln genügt

In der Theorie ist das Selfie-Zahlen ganz einfach: Will man an der Kasse oder beim Online-Kauf die Zahlung bestätigen, soll es in Zukunft ausreichen, das eigene Gesicht vor die Kamera zu halten. Damit da nicht jeder kommen und ein Foto vor die Linse halten kann, muss zusätzlich geblinzelt werden. Nach erfolgreichem Abgleich mit einem auf dem Mastercard-Server hinterlegten Foto wird der Bezahlvorgang abgeschlossen.

Dabei sollen auch Variablen wie Bärte oder der Gesichtsausdruck keine Rolle spielen, weil die Gesichtserkennung sich überwiegend auf den Augen- und Nasenbereich beschränkt. Von der hundertprozentigen Sicherheitsgarantie des zweifellos kreativen Unterfangens scheint Mastercard aber selbst nicht ganz überzeugt und plant daher zusätzlich die Einführung von Herzschlag- und Stimmerkennung, um dann alle drei Komponenten zu verknüpfen.

Zweifel und technische Widrigkeiten

Umfragen an amerikanischen Hochschulen und Universitäten zeigen, dass für die Endverbraucher trotz des Selfie-Hypes die Sicherheit immer noch vor der Coolness kommt. Viele der Befragten gaben an, diese Zahlmethode nur zu nutzen, wenn bewiesen wäre, dass diese die sicherste ist. Die Aussage einer Studentin der Temple University in Philadelphia bringt es auf den Punkt: „Wenn es nur ein Weg ist, um jüngere Kunden zu erreichen, halte ich diese Idee für ziemlich dämlich.“

Aber nicht nur etwaige Manipulationsmöglichkeiten nagen an der Sicherheit der Selfie-Variante. Auch die Gegebenheiten der Umgebung können eine Verifizierung erschweren. Schatten, trübes Licht oder gar eine langsame Internetverbindung können zu langen Schlangen an der Kasse und – je nach Temperament und Tagesform – zur Erheiterung oder Empörung der Umstehenden führen. Das dürfte aber immerhin dem Erlebnisfaktor beim Shoppen zuträglich sein. (tl)