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Qualität und Effizienz: Digitalisierung des Weinbaus

Beitrag von

05.05.2020

Das sensible und komplizierte Unterfangen des Weinanbaus könnte durch die Digitalisierung nicht nur vereinfacht werden, sondern auch die Qualität steigern. Allerdings rentieren sich digitale Modernisierungsmaßnahmen für kleine und mittelgroße Weinbetriebe, wie es sie in Deutschland überwiegend gibt, nur bedingt.

Sehr weit ist die Digitalisierung des Weinbaus in Deutschland bislang nicht, es gibt aber durchaus Ansätze.

Bepflanzung mit digitalen Daten planen

Dabei sehen die meisten für eine Studie befragten Winzerinnen und Winzer eindeutigen Handlungsbedarf, wenn es um die Digitalisierung der Weinbranche geht. Das beginnt schon bei der Planung beziehungsweise Bepflanzung des Weinberges: Insbesondere bei steiler Hanglage sind die Bedingungen im Weinberg nicht überall dieselben – entsprechend müssen die Reben gepflanzt werden.

Mit Hilfe der Digitalisierung könnten Parameter wie Sonneneinstrahlung und Bewässerung genauer überprüft und geplant werden. Entscheidungen können sich anhand gesammelter tatsächlicher Daten orientieren und müssen nicht mehr wie bisher überwiegend intuitiv und auf Erfahrung basierend erfolgen.

Sensoren und Drohnen statt Pflanzenschutzmittel

Darüber hinaus kann die Digitalisierung auch die überwiegend harte körperliche Arbeit eines Winzers erleichtern und die Ergebnisse präzisieren. Mit Hilfe von Sensoren können nicht nur die Bedingungen im Weinberg, sondern auch die Blätter der Pflanzen hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und Gesundheit überprüft werden, ohne dass der Winzer dies händisch erledigen muss.

Aber auch an anderer Stelle kann für eine verbesserte Gesundheit der Pflanzen gesorgt werden: Bislang wurden große Mengen an Pflanzenschutzmitteln eingesetzt, um Pilzbefall der Pflanzen vorzubeugen und ihn abzutöten. Dank dem Einsatz von Drohnen, die mit einem Laser-System ausgestattet sind, lässt sich der Befall frühzeitiger erkennen, was zu einer dramatischen Reduktion von Pflanzenschutzmitteln führt.

Digitalisierung im Weinkeller

Auch im Weinkeller ist die Digitalisierung von Vorteil. Es können Edelstahltanks und Sensoren zum Einsatz kommen, die den Fermentationsprozess überwachen und Parameter wie Temperatur und Zuckergehalt messen. Darüber hinaus können sie Aufschluss über die Lagerung der Weine geben. Auf diese Weise lässt sich die Qualität zusätzlich verbessern, was der weltweit erhöhten Nachfrage nach Wein entgegen kommt. (tl)