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MRZ
2018

Neue Social-App: Vero gegen den Rest der Netzwerkwelt

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01.03.2018

Eine neue Social-App sagt Instagram den Kampf an: Vero. Sie soll echter sein, keine Algorithmen benutzen und auch sonst in allen möglichen Aspekten den bisherigen Sozialen Netzwerken überlegen sein. Entsprechend wird die App derzeit gehyped.

An sich gibt es Vero schon seit Sommer 2015. Bisher war sie allerdings nicht einmal in irgendwelchen App-Charts gelistet.

Mehr Macht den Nutzern

Vero war zu ihrer Anfangszeit ein Flop. Niemand kannte die App, niemand nutzte sie, bis jüngst Influencer und Berühmtheiten die App empfahlen oder Partnerschaften mit ihr eingingen. Auf diese Weise hat Vero nun sogar die Eine-Million-Nutzer-Marke geknackt. Bis zu dieser Zahl sollte das Anmelden kostenlos sein, allerdings heißt es nun, dass sich bis auf weiteres neue Nutzer nach wie vor kostenlos anmelden können.

Hauptziel von Vero ist es, wieder echten, authentischen Content hervorzubringen. Die App gibt an, keine Algorithmen zu nutzen. Jedem wird alles angezeigt, wenn man nur lange genug wischt. Die einzigen Einschränkungen kann der Nutzer selbst vornehmen, indem er seine Kontakte in engere und weitere einteilt und so die Kontrolle darüber hat, wem was angezeigt wird.

Fragwürdige Vorteile

Auch Werbung oder gesponserte Artikel wird es bei Vero nicht geben. Darüber hinaus angeblich auch keine Datensammelei. Klingt erst mal wie das perfekte Soziale Netzwerk ohne irgendwelche Schwachstellen. Allerdings sollen in Zukunft die Anmeldungen kostenpflichtig sein, weil sich das werbefreie Netzwerk ja irgendwie finanzieren muss.

Darüber hinaus sind viele Features von Facebook und Co. zusammengetragen. Und vor allem Aspekte wie die Abwesenheit von Werbung und Algorithmen hat es bei Facebook zu Anfangszeiten auch gegeben. Ab einer bestimmten Nutzerzahl funktioniert das aber nicht mehr. Und wenn Vero wirklich Instagram schlagen will, hat es noch knapp 800 Millionen Nutzer zu rekrutieren.

Mut zur Authentizität?

Wie genau Vero (steht für „Wahrheit“, passend auch der Slogan „True Social“) seine Nutzer außerdem dazu bringen will, nicht nur #nofilter-Strandfotos zu posten, sondern ganz authentisch das, was sie beschäftigt, ist ebenfalls ein Rätsel. Denn am Ende spielt es keine Rolle, auf welchem Netzwerk wir unser sorgenfreies Vorzeigeleben breittreten, so lange wir es überhaupt irgendwo tun können. (tl)