07
JUL
2015

Mit der App gegen Event-Katastrophen: RESCUER

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07.07.2015

Unglücksfälle auf Großveranstaltungen wie der Loveparade im Jahr 2010 sollen sich in Zukunft nicht wiederholen. Daran arbeitet das Fraunhofer Institut in Kooperation mit der brasilianischen Federal University of Bahia anlässlich der Fußball-WM 2014 und der Olympiade 2016 in Brasilien. Eine Informations-App soll gezielteres Handeln ermöglichen und Schlimmeres verhindern.

Die Idee hinter der Informations-App RESCUER (Reliable and smart crowdsourcing solution for emergency and crisis management) ist denkbar einfach: So gut wie jeder Event-Besucher besitzt ein Smartphone, das dazu genutzt werden kann, um den Event sicherer zu machen. Dies setzt das Einverständnis und die Beteiligung der Besucher voraus – und in den Testläufen haben auch bereits die meisten kooperiert.

Besucher tragen aktiv zur Sicherheit bei

Die Veranstaltungsbesucher sollen als Sensoren genutzt werden, um Gefahren zu erkennen und zu melden. Wer die App heruntergeladen hat, hat damit aber noch nicht automatisch sein Einverständnis dafür gegeben. Die Überwachungsfunktion muss er aktiv selbst einschalten.

Es werden allerdings keine individuellen Daten gesammelt, sondern anonymisierte. Wichtig ist es vor allem, Besucherbewegungen und punktuelle Menschenansammlungen zu erfassen, um die Situation einschätzen zu können. Die Daten gehen an eine Kommandozentrale, die daraufhin reagieren kann.

Darüber hinaus können und sollen die Besucher selbst Informationen zu etwaigen gefährlichen Ereignissen sammeln und der Kommandozentrale übermitteln. Hierzu eignen sich vor allem Bilder, Videos und SMS, die das Geschehen zeigen und beschreiben. Eine Software in der Zentrale wertet die Informationen aus und beinhaltet gleichzeitig eine Funktion, mit der irrelevante Inhalte herausgefiltert und verwackelte Bilder zur besseren Erkennung aufbereitet werden.

Ein Appell an die Hilfsbereitschaft

Es stellt sich zu Recht die Frage, weshalb die Menschen in (potenziellen) Gefahrensituationen vor Ort bleiben und Fotos anfertigen sollten, anstatt sich auf dem schnellsten Wege in Sicherheit zu bringen.

Um das zu lösen, soll die App mit Motivationsfeatures ausgestattet werden, die die Menschen zum Handeln anregen. Außerdem wird die App so intuitiv bedienbar sein, dass sie auch in Stresssituationen leicht genutzt werden kann. Zukünftige Eventbesucher werden also ihre Sicherheit buchstäblich selbst in der Hand haben, was eine zusätzliche Motivation zur Nutzung der App ist. (tl)