01
JUL
2015

Little Data: Big Data in übersichtlich

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01.07.2015

Googelt man den Begriff „Little Data“, dann trifft man in fast jedem Fall auf Überschriften wie „Vergiss Big Data – Little Data ist das nächste große Ding“ oder „Warum Little Data Big Data ablösen wird“. Doch was ist Little Data genau und warum erhält es so viele Vorschusslorbeeren?

Blogger und Kolumnisten aus Entwickler-, Wirtschafts- und anderen Branchen sind sich einig: Der Hype um Big Data bringt uns nicht weiter. Big Data selbst bringt uns nicht weiter, weil sie zu verwirrend, zu ungreifbar, ja schlicht zu groß ist. Und genau da setzt Little Data an.

Little Data liefert konkrete Bezüge

In der gesundheits- und fitnessbewussten Welt, in der wir leben, erfreuen sich derzeit Apps und kleine Gadgets wie elektronische Armbänder großer Beliebtheit. Sie helfen dem Nutzer, seinen Kalorienverbrauch, Puls, zurückgelegte Kilometer, Essverhalten und vieles mehr zu tracken.

Die Ergebnisse und Auswertungen der digitalen Helfer geben dem Nutzer Aufschluss über seinen Lifestyle, den Stand seiner Fitness und die Möglichkeiten, sich noch zu verbessern oder gesünder zu leben. Er erhält direkte, konkrete Informationen über sich selbst, mit denen er in seinem Alltag etwas anfangen kann. Mit anderen Worten: Er erhält Little Data.

Demnach kann man Little Data wie folgt definieren: Little Data sind Informationshäppchen zu spezifischen Fragen und Themen. Sie werden übersichtlich und sichtbar aufbereitet und sind entweder für ein Individuum (Fitnesstracking, Fahrverhalten, …) oder für eine größere Masse (Wettervorhersage, Sportergebnisse, …) interessant.

Verdauliche Infohäppchen statt schwere Brocken

Rufus Pollock, Gründer der Open Knowledge Foundation, ist einer derjenigen, die den Trend des unstrukturierten Datensammlertums, den Big Data mit sich bringt, kritisieren. Viele Fragen und Probleme des täglichen Lebens lassen sich laut ihm mit Little Data viel besser lösen.

Daten in Pakete zu schnüren, die lose miteinander verlinkt sind bzw. Big Data in diese kleinen Pakete aufzuteilen, ist daher der Weg, den Pollock vorschlägt. Ein Forbes-Artikel zum Thema legt Unternehmen nahe, Schlüssel-Objekte ihres Businesses zu identifizieren, anhand derer sie gezielt Little Data sammeln können.

Noch ist Little Data ein Begriff, der überwiegend in englischsprachigen Medien auftaucht. Es bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis Little Data auch hierzulande von sich reden macht und Big Data aus den Überschriften verdrängt. (tl)