07
SEP
2015

Haus der Ärzteschaft

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Smart Health: Die vernetzte Gesundheit

Der erste Digitalk nach der Sommerpause war eine Gemeinschaftsveranstaltung zusammen mit dem Partnernetzwerk „Forum Gesundheitswirtschaft Düsseldorf (MED+)“. Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, Gesundheitsdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf, begrüßte die rund 300 Gäste des Abends im Haus der Ärzteschaft.

Die Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Unfall- und Viszeralchirurgie im Dominikus-Krankenhaus Düsseldorf, Dr. Katja Staade, gab Einblicke in die Vernetzung im Krankenhaus. Als Basis dient hier ein Krankenhaus-Informationssystem, in dem die Patientendaten hinterlegt werden und stationsübergreifend abrufbar sind. So können Wege abgekürzt und die Institutszusammenarbeit erleichtert werden.

Dr. Alexander Stork vom Röntgeninstitut in Düsseldorf sprach über die Vorteile der Teleradiologie. In diesem Rahmen kann sich der Radiologe auch von zu Hause aus einschalten, auf Prozesse Einfluss nehmen und an Befundbesprechungen teilnehmen. Darüber hinaus ermöglicht die Teleradiologie eine Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung, von der wiederum der Patient profitiert, da Daten schneller verfügbar und besser vergleichbar sind.

Kritische Worte zum Thema Telemedizin wurden vom Geschäftsführer des Zentrums für Telematik und Telemedizin Rainer Beckers hervorgebracht, der bemängelte, dass noch zu wenige Patienten telemedizinisch betreut werden und

vermehrt der Fokus auf Maßnahmen gelegt werden muss, durch die man eine bessere Betreuung erreichen kann.

Jürgen H. Hoffmeister, Geschäftsführer der Sikom Software, stellte das Produkt safe@home vor – ein Assistenzsystem für zu Hause, das wie ein Rauchmelder in allen Räumen installiert werden kann. Es verfügt über Video- und Audiokomponenten und kann daher zuverlässig erfassen, wenn ein Alarmfall vorliegt. In dem Fall ruft das System selbständig Hilfe und gewährleistet auf diese Weise, dass Menschen so lange wie möglich allein zu Hause leben können.

Markus Witkowski vom Nautischen Quartier sprach darüber, wie Telemedizin im Bootsbereich angewendet werden kann. Das ist insbesondere für Kreuzfahrtschiffe interessant, die bisher nur über einen Bordarzt verfügten. Dank Telemedizin ist es möglich, mit dem Beratungszentrum in Düsseldorf zu kommunizieren, Borddaten weiterzuleiten und sogar eine assistierte Operation auf dem Schiff durchzuführen.

Das Haus der Ärzteschaft, dessen vier Bauten für jeweils eine Organisation stehen, dient als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Ärzte. Unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“ werden diese vier Bereiche durch einen verglasten Zwischenraum miteinander verbunden. So ist ein gemeinsamer Auftritt nach außen gewährleistet, wobei die Organisationen nach innen individuell präsent bleiben. (tl)

Fotos:

Fotos: Karina Vilenskaja (www.weddingshooter.de), © Digitale Stadt Düsseldorf