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APR
2021

Fortschritt in die Unabhängigkeit: Deutschland arbeitet an 6G

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13.04.2021

Anfang 2020 machte 6G bereits von sich reden als geleakte Papiere verrieten, dass die EU am neuen Standard arbeitet. Nun will auch Deutschland in 6G investieren – 700 Millionen Euro sind für mehr Bandbreite und eine größere Unabhängigkeit von anderen Netzwerkausrüstern wie beispielsweise Huawei veranschlagt.

Denselben Fehler wie bei 5G, dessen Ausbau sehr langsam vorangeht und Deutschland kaum wettbewerbsfähig macht, will man bei 6G nicht wieder machen.

Schnellere Daten für die Zukunft

Forschungsministerin Anja Karliczek von der CDU startete eine entsprechende Forschungsinitiative und betonte gegenüber dem Handelsblatt: „6G wird die mobile Datentechnologie der Zukunft sein und unsere Kommunikation im nächsten Jahrzehnt revolutionieren.“ Das Netz ist für 2030 geplant.

Bei 6G will man rechtzeitig „an das Übermorgen denken und neue Technologien und Standards“ mitgestalten. Konkret bietet das Netz eine hundert Mal schnellere Datenübertragung, wovon sowohl Einzelpersonen als auch Industrie und Landwirtschaft profitieren.

Vorteile in Büroalltag, Medizin und Co.

Durch die schnellere Datenübertragung sind in verschiedenen Sektoren neue Abläufe möglich, so beispielsweise für das Home Office und den Büroalltag, aber auch in der Produktion. Darüber hinaus wird in der Medizin eine Behandlung aus der Ferne vereinfacht werden, was vor allem ländlichen Gebieten zugute kommt. Denn dank 6G kann vermehrt XR eingesetzt werden, wodurch Personen in 3D, hoher Auflösung und in Echtzeit projiziert werden können.

Souveränität und Nachhaltigkeit

Doch nicht nur für den technischen Fortschritt arbeitet Deutschland beziehungsweise die EU an 6G, sondern auch um die eigene Souveränität zu wahren. Von Anfang an sollen die EU-Kommission und die europäische Industrie am Projekt Hera-X zusammenarbeiten. Das war bei 5G nicht der Fall gewesen.

Auch Nachhaltigkeit und ein möglichst geringer Energieverbrauch sollen hierbei berücksichtigt werden. Geführt wird das EU-weite Projekt von Nokia, deutsche Firmen sind mit Siemens und Intel ebenfalls vertreten. Grundsätzlich sollen die Mitgliedsstaaten eng einbezogen werden. (tl)