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MAI
2017

Forschung und Digitalisierung – erstes Internet-Institut in Deutschland

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25.05.2017

Deutschland bekommt ein Internet-Institut – drei Jahrzehnte nach Entstehen des Internets und weit nach Ländern wie beispielsweise England. Dafür soll sich das Institut deutlich von international vergleichbaren unterscheiden.

Den Zuschlag hatte die Berliner Bewerbung erhalten, die sich gegen Konkurrenten wie München, Hannover und Karlsruhe durchgesetzt hatte.

Mehr als Technik

Das Berliner Konsortium besteht aus fünf Hochschulen sowie zwei nicht-universitären Einrichtungen in Berlin und Brandenburg. Das Institut wird in den nächsten fünf Jahren mit bis zu 50 Millionen Euro gefördert – viel für deutsche Verhältnisse, wenig im internationalen Vergleich. Dennoch will man mit dem Institut in der Welt ein Zeichen setzen, denn es soll interdisziplinär vorgehen.

Bei der Erforschung der Digitalisierung und ihrer Dynamiken soll es nicht nur um technische und wirtschaftliche Aspekte gehen, sondern der Fokus soll auch explizit auf den Veränderungen in der Gesellschaft und ihrer Bedeutung liegen. Neben der Analyse dieser Veränderungsprozesse sollen auch zukünftige Handlungsoptionen aufgezeigt werden.

Förderung von Forschung und Gesellschaft

Verschiedene Einrichtungen sollen durch das Institut auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleitet werden, darüber hinaus sollen weitere Forschungsansätze entwickelt werden. Das Institut soll demnach gemeinnützlich sein. Dazu gehört auch, die Debatte über die Digitalisierung wieder in ein positiveres Licht zu rücken. Schlagzeilen zu Fake News und Hass im Netz haben den digitalen Wandel laut Gesche Joost, Professorin an der Universität der Künste in Berlin, negativ aufgeladen.

In der Politik ist man sich einig, dass ein so wechselhafter und tiefgreifender Prozess wie die Digitalisierung einer Grundlagenforschung bedürfe – in diesem Zusammenhang geht es auch um die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern durch das Institut. Noch in diesem Jahr soll es seine Arbeit aufnehmen. (tl)