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DEZ
2016

Fake News – das Geschäft mit den Lügenmärchen

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21.12.2016

Der Papst unterstützt Donald Trump, Clinton will Assange ermorden lassen und Johnny Depp hat genug von den oberflächlichen Einwohnern von Los Angeles. Eines haben diese drei sehr unterschiedlichen Aussagen gemeinsam: Sie sind frei erfunden. Das Geschäft mit den Fake News ist lukrativ.

Verbreitet werden sie von Portalbertreibern überall auf der Welt. Meistens geht es dabei weniger um politische Einflussnahme als viel mehr um Geld.

Einträglicher US-Wahlkampf

Fake News, das sind ausgedachte Nachrichten, die auf eigens dafür erstellten Internetportalen veröffentlicht und über Social-Media-Kanäle wie Facebook weiterverbreitet werden. Mit ihnen lässt sich gut verdienen, denn jeder Klick und jede Werbung auf den Seiten bringt Geld. Naheliegend, mit möglichst reißerischen Überschriften aufzumachen. Und das ließ sich in diesem Jahr besonders gut mit dem UW-Wahlkampf bewerkstelligen.

Verleumdungen über Hillary Clinton generierten mehr Klicks als jene über Trump – weswegen selbst in einem von der USA so weit entfernten Land wie Mazedonien wie am Fließband Fake News über die Präsidentschaftskandidatin verbreitet wurden. Damit lässt sich in Mazedonien das Zigfache des durchschnittlichen Monatseinkommens verdienen. Dass man damit unter Umständen Trump zum Sieg verhilft: ein Kollateralschaden.

Politiker fordern Mithilfe von Facebook

Deutsche Politiker fürchten nun, dass im Wahlkampf 2017 etwas Ähnliches zu erwarten sei und fordern höchste Strafmaße. Justizminister Heiko Maas will Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren und kritisiert, dass Facebook sich nicht genug um die Angelegenheit kümmere. Es werden Lösungen gesucht, die das Problem bis zur Wahl unter Kontrolle bekommen.

Dasselbe soll laut SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann auch für Facebook gelten. Das Unternehmen soll eine rundum erreichbare Annahmestelle unter anderem für die Meldung von Fake News einrichten. Löscht Facebook innerhalb von 24 Stunden gemeldete Fake News nicht, soll das Unternehmen selbst mit Bußgeldern bis zu 500.000 Euro bestraft werden. (tl)