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OKT
2015

E-Book-Ende und Print-Tod – der Wettkampf geht in eine neue Runde

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20.10.2015

Laut der jüngsten Bitkom-Umfrage stagniert das Wachstum der E-Book- bzw. E-Reader-Käufe in Deutschland. Grund für viele, das Ende des E-Books zu prognostizieren. Wieder andere nehmen die Zahlen genauer unter die Lupe.

Man ist sich uneins bezüglich der Gründe für die Stagnation: Während die einen die Nachteile eines E-Books (kein echtes Feeling, macht sich nicht gut im Bücherregal, …) dafür verantwortlich machen und vom Comeback des Buchhandels sprechen, betonen die anderen, dass Wachstum grundsätzlich Grenzen hat.

Schwächelnde E-Books

Was ist geschehen? Die Zahl derer, die E-Books lesen, hat sich in Deutschland innerhalb eines Jahres nur um 1 Prozent erhöht – von 24 auf 25 Prozent. Gleichzeitig ist der Umsatz mit E-Books um 2 Prozent gesunken. Die vergleichsweise geringe Absatzmenge für die E-Reader selbst kann damit erklärt werden, dass die Geräte nicht ständig ersetzt werden müssen und langsamer altern als ein Tablet oder Smartphone.

Den rückläufigen Verkauf der E-Books erklärt die Branche damit, dass momentan Zugpferde wie 50 Shades of Grey fehlen, die den Verkauf vorantreiben. Problematisch ist darüber hinaus, dass E-Books nur unwesentlich günstiger sind als gedruckte Bücher. Dafür, dass hier kaum Herstellungskosten vorliegen und das Buch physisch nicht vorhanden ist, ist der Preis vergleichsweise happig.

Keine vorschnellen Schlüsse

E-Books haben sich demnach zwar etabliert, ganz überzeugt haben sie die Massen aber bisher nicht. Diesbezüglich ist der Aspekt der Haptik nicht zu unterschätzen: In Umfragen wird er als Hauptgrund genannt, aus dem Printbücher den E-Books vorgezogen werden. Insbesondere zu Hause lesen die Befragten Paperbacks oder Hardcover lieber. Der E-Reader wird hingegen auf Reisen als praktisch angesehen.

Die jahrelange Diskussion darum, was besser ist und wann das Ende des Printbuchs gekommen ist, ist also müßig. Die Zeit wird zeigen, wie E-Books in Zukunft einzuordnen sind und in wie weit sich Papier und Elektronik ergänzen. Frei nach dem Motto: Totgesagte leben länger. Schließlich besitzt ja mittlerweile auch die Vinylplatte Liebhaberstatus … (tl)

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