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OKT
2016

DigitalkPLUS 2016

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Digital Transformation

Zum diesjährigen DigitalkPLUS mit dem Thema „Digital Transformation“ kamen ¬– trotz der hohen Veranstaltungsdichte an diesem Tag – mehr als 600 Teilnehmer in die historische Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Jarzombek, Beiratsmitglied der Digitalen Stadt Düsseldorf.

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, sprach in seinem Grußwort über digitale Kompetenz, digitale Transformation sowie Vernetzung. Bürgermeister Friedrich G. Conzen, der an diesem Abend den Oberbürgermeister Thomas Geisel vertrat, ging auf die Bedeutung der Digitalisierung für die Kunstszene ein.

Der Vice President der GE Healthcare, Prof. Dr. Jörg Debatin, hielt einen Vortrag zum Thema „Digitalisierung in der Medizin: Chancen und Herausforderungen“. Er gab einen Überblick über durch die Digitalisierung gefährdete Jobs und kam auf die Rolle der Ärzte zu sprechen. In Zukunft werden sie mit Änderungen wie selbstbestimmten Patienten, der Cloud-Datenverwaltung sowie Maschinenlernen konfrontiert werden. Medizin ist nicht länger evidenzbasiert, sondern wird individualisiert.

Hierauf reagieren bereits viele Firmen und Startups, die durch die Verknüpfung von Medizin und Big Data inspiriert sind. Die Ärzteschaft ist allerdings eher konservativ eingestellt – insbesondere in Deutschland ist das Thema unterdurchschnittlich repräsentiert. Gründe hierfür sind vor allem die fehlende Vernetzung, die Bereitschaft für Neuerungen und eine sperrige Bürokratie.

Auch das Thema Datenschutz ist wie in anderen Bereichen brisant. In den USA diskutiert man darüber, wem Patientendaten gehören sollen. Prof. Debatin dazu: „Diskussionen über Datenschutz sind etwas für Gesunde. Kranke würden alles tun und geben, um eine bestmögliche Behandlung zu erhalten.“ Die Idee ist, Patientendaten dezentral in der Cloud zu verwalten. Hierfür soll die GE Health Cloud zur Verfügung gestellt werden, um Server zu entlasten.

Zum Thema „Digital Transformation Challenge“ referierte Ansgar Kortum, Direktor Vertrieb Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa bei Hewlett Packard Enterprise. Er stellte die Frage, wie man in Unternehmen Ideen nach vorn bringen kann und stellte dabei vor allem den Kunden in den Mittelpunkt. Als Beispiel innovativer Ideen, die den Kunden mit einbeziehen, zeigte er die Möglichkeiten des virtuellen Avatars.

Der Nutzer lässt dazu seinen Körper scannen und erhält ein digitales Konterfei, das in der Online-Welt für ihn Kleidung anprobieren und kaufen, an Konferenzen und Treffen teilnehmen sowie in andere Welten eintauchen kann. Auch in Videospiele kann der Avatar integriert werden. Für den Kunden entsteht so ein ganz neues Kauferlebnis.

Prof. Dr. Volker Gruhn, Professor für Praktische Informatik an der Universität Duisburg-Essen, widmete sich in seinem Vortrag dem Thema „Digitale Transformation mit Methode“. Von der Digitalisierung sind verschiedene Branchen unterschiedlich stark betroffen, viele müssen neue Geschäftsmodelle erschließen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu einer gelingenden Transformation tragen beispielsweise lose Software-Architekturen bei, damit Veränderungen flexibler umsetzbar sind und Systeme freier gekoppelt werden können.

Gruhn sprach auch über cyberphysikalische Systeme (CPS), die echtweltliche Dinge erfassen und verarbeiten. Dabei ging er auch auf die Emergenz und die Sicherheitsaspekte diesbezüglich ein. Es erfolgte ein Überblick über Typen digitaler Geschäftsmodelle wie beispielsweise „Data as Currency“.

Am Podiumsgespräch zum Thema „Digital Innovation Hub Düsseldorf / Rheinland“ nahmen teil: Peter Hornik und Dr. Klemens Gaida, beide Geschäftsführer des Digi.Hub, Marion Hörsken, Geschäftsführerin der IHK Düsseldorf sowie Uwe Kerkmann, Leiter der Wirtschaftsförderung. Durch die Diskussion führte Stephan Schneider.

Peter Hornik und Dr. Klemens Gaida stellten den Digital Innovation Hub Düsseldorf / Rheinland vor, der regionale Unternehmen und Startups bei Innovations- und Digitalisierungsprozessen unterstützt. Der Hub ermöglicht praktische Angebote und arbeitet mit unterschiedlichen Unternehmen zusammen. Als digitales Kompetenzzentrum ergänzt er Düsseldorf als Digitalstandort. (tl)

Fotos:

Fotos: Karina Vilenskaja (www.weddingshooter.de), © Digitale Stadt Düsseldorf