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FEB
2017

Digitaler Fortschritt: TK und IBM entwickeln Patientenakte

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24.02.2017

Eine Kooperation der Techniker Krankenkasse und IBM bringt neuen Wind in die eher lau voranschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens. IBM wird nun eine Patientenakte entwickeln, die die Daten der Krankenkasse bündelt und in die der Patient jederzeit Einsicht hat.

Nach einer Ausschreibung der TK hatte IBM den Zuschlag für die Entwicklung erhalten.

Ein Ort für alles

Die Patientenakte bietet Potenzial für Daten aus unterschiedlichen Gesundheitsbereichen und Quellen, wie beispielsweise Zahnzusatz, sofern entsprechende Partner zur Verfügung stehen. Zunächst sollen aber diejenigen Daten eingespielt werden, über die die Krankenkasse selbst verfügt. Das sind beispielsweise Rezeptdaten oder ambulante Diagnosen. Die Akte kann somit als zentraler Datenspeicher angesehen werden.

Die elektronische Patientenakte soll darüber hinaus auch Fitnessdaten wie Herzfrequenz speichern können. Ein weiterer Vorteil ist der elektronische Impfpass, der dadurch angestoßen werden könnte. Die Akte soll allen Patienten kostenlos zur Verfügung stehen. Per Passwort sollen sie sich entweder am Laptop oder via App über Handy einloggen und ihre Daten einsehen können.

Mit der Akte lassen sich verschiedene Behandlungen besser koordinieren, sodass die Kommunikation zwischen Ärzten einfacher wird. Indem beispielsweise an einem Ort alle Medikamente gespeichert sind, die der Patient einnehmen muss, können Wechselwirkungen besser erkannt und die Medikation abgestimmt werden. Auch Apotheken können von der Akte profitieren.

Datenschutz – Patient bestimmt über Akte

Datenschutz ist allerdings auch hier ein sensibles Thema. Jens Baas, Vorstandschef der TK betonte, dass die Patienten nicht nur bestimmen könnten, was überhaupt in der Akte steht, sondern auch, wer Einsicht in die Akte hat. Dabei könnten sie auch ihre eigene Krankenkasse von der Einsicht ausschließen. Die Daten der Akte würden insgesamt auch nicht bei der Krankenkasse gespeichert, sondern auf einem IBM-Server in Deutschland. Auch werden die Daten nicht in eine Cloud geladen. (tl)