28
NOV
2017

Die USA und das Ende der Netzneutralität

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28.11.2017

In der Ära Trump holt man zum nächsten Schlag aus: Dieses Mal trifft es die Netzneutralität. Der neue Chef der Federal Communications Commission (FCC) Ajit Pai war schon immer gegen die Gleichbehandlung von Daten im Netz. Jetzt kann er endlich etwas tun.

Am 14. Dezember wird die FCC über die Abschaffung der Netzneutralität abstimmen. Die Chancen für das Aus stehen gut.

Vor allem für die Kleinen problematisch

Die Netzneutralität gebietet, dass alle Daten im Internet auf gleiche Weise verfügbar sind und weder irgendwelche Inhalte bevorzugt angeboten werden noch für bestimmte Dienste gezahlt werden muss. Die Verfügbarkeit bzw. Auffindbarkeit der Inhalte wird nicht gesteuert. Unter Obama hat das noch gut funktioniert, allerdings ist es damit in den USA aller Wahrscheinlichkeit nach bald vorbei.

Anbieter wie AT&T können dann den Datenverkehr selbst steuern, was wiederum bedeutet, dass sie Inhalte, die ihnen Vorteile verschaffen, bevorzugen. Gleichzeitig können sie von anderen Unternehmen und Webseitenbetreibern Gebühren verlangen, damit Nutzer schneller zu deren Inhalten geleitet werden. Alles, was sie diesbezüglich tun müssen, ist eine Grundtransparenz einzuhalten, die erklärt, wem sie Vorrang einräumen und warum. Vor allem kleinere Unternehmen und Startups werden davon negativ betroffen sein, da sie in der Regel nicht über das nötige Budget verfügen.

Zukunftsaussichten

Derzeit besteht bereits ein abgeschwächtes System in Europa – gegen Aufpreis können beispielsweise StreamOn-Angebote der Telekom genutzt werden. Ansonsten hat Europa vergleichsweise stabile Regelungen für die Netzneutralität. Das könnte sich aber ändern, wenn in den USA die Provider tatsächlich mehr Freiheiten hätten – dann könnten auch europäische Betreiber freie Hand fordern, um die Wettbewerbsgleichheit zu wahren.

Gegner des Plans hoffen, das Ganze doch noch zum Kippen zu bringen, wenn sie nur laut genug sind. Durch Online-Petitionen und Proteste vor Läden der Anbieter soll die Regulierung des Netzes gestoppt werden. Allerdings hat Pai bei der FCC zwei Drittel der Stimmen auf seiner Seite … (tl)