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MRZ
2018

Deutsches Handwerk – der goldene Boden wird digital

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09.03.2018

Deutschland hinkt in der Digitalisierung hinterher – dabei gibt es durchaus Bereiche, die für die neue Ära aufgeschlossen sind. Unter anderem das als so traditionell geltende deutsche Handwerk hat bereits die Vorteile erkannt, wenn es auch derzeit noch etwas an der Umsetzung hapert.

Die Industrie ist dem Handwerk in Sachen Digitalisierung noch voraus, aber viele Handwerksbetriebe sind überzeugt von den neuen Möglichkeiten.

Apps – für Kunden und intern

Nahezu jeder Aspekt des Handwerks lässt sich durch die Digitalisierung vereinfachen – das beginnt bereits bei der Kommunikation mit dem Kunden. Dies wird zum Teil auch vom Kunden eingefordert – Angebotsanfragen und Schadensbeschreibungen erfolgen bereits per Whatsapp. Es ist unkomplizierter als den Schaden am Telefon zu beschreiben. Bei einer E-Mail wird durch Bilder schnell das Datenvolumen zu groß, darüber hinaus erreicht sie den Empfänger nicht direkt beziehungsweise kann schon mal untergehen.

Entsprechend reagieren Handwerksbetriebe und senden den Kunden Terminvorschläge und Angebote ebenfalls per Whatsapp zu. Wenn der Kunde in diesen Kommunikationsweg einwilligt und sich die Kommunikation innerhalb der vorgegebenen Datenschutzrichtlinien bewegt, ist das durchaus ein legitimer Weg.

Generell sind Apps Gold wert für das Handwerk. Auf der Baustelle lassen sich Bilder und dazugehörige Informationen leichter zusammen abspeichern und verschicken. Dazu entwickelt das Handwerk sogar selbst Apps.

Planungssoftware für eine einfachere Zukunft

Auch die Planung und Vorbereitung lässt sich durch die Digitalisierung mit weitaus weniger (Zeit-)Aufwand umsetzen. So lassen sich mit unterschiedlichen Softwareprodukten zu streichende Flächen berechnen – ein Foto genügt. Ausmessen und niederschreiben gehören der Vergangenheit an. Auch lässt sich zusammen mit dem Kunden Dank einer entsprechenden Software das Endresultat besser visualisieren, wodurch Details und Schritte besser abgesprochen werden können.

Fest steht, dass Handwerksbetriebe keine Chance mehr haben zu bestehen, wenn sie nicht auf Digitalisierung umsatteln. Einige fordern die Schulung dazu sogar bereits in der Ausbildung. Ganz allein gelassen werden die Betriebe allerdings nicht – beispielsweise steht das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk in den verschiedenen Bereichen der Digitalisierung zur Seite. (tl)