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MRZ
2022

Algorithmenanpassung und Verkaufsstopps – digitale Sanktionen gegen Russland

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04.03.2022

Neben internationalen Sanktionen wie Luftraumsperren, Isolation in der Raumfahrt und Bankenrauswurf stellt sich auch die digitale Welt gegen Russland. Beispielsweise wollen soziale Netzwerke bestimmte russische Inhalte nicht mehr anzeigen und auch Konzerne wie Apple ziehen Konsequenzen.

Kiew forderte verständlicherweise gleich den kompletten Rauswurf Russlands aus dem Internet.

Meta schränkt staatlich kontrollierte Medien ein

Der Meta-Konzern will russischer Propaganda vorbeugen und hat dazu seinen Algorithmus geändert. Auf diese Weise sollen auf Facebook und Instagram staatlich kontrollierte Inhalte schlechter zu finden sein. Dasselbe gilt auch für Beiträge mit Links zu den entsprechenden Seiten. Darüber hinaus sollen die fraglichen Inhalte als solche markiert werden, damit Nutzer die Meldungen einordnen können.

Auch können russische Staatsmedien in den einschlägigen sozialen Netzwerken keine Anzeigen mehr schalten. Insgesamt hat Russland auf die Maßnahmen mit dem Vorwurf der Zensur und Zugangseinschränkungen reagiert.

Apple stoppt iPhone-Verkauf und Verkehrsmeldungen

Apple hat ebenfalls reagiert und die russischen Staatssender RT News und Sputnik aus seinem App-Store entfernt. iPhones und iPads werden ab sofort in Russland nicht mehr verkauft und die Exporte eingestellt. Apple-Ladengeschäfte gibt es in Russland ohnehin nicht.

Verkehrs- und Unfallinformationen in der Ukraine werden via Apple Maps nicht mehr angezeigt, um die dortigen Bürger zu schützen und keine Rückschlüsse auf Fluchtbewegungen zuzulassen. Auch Hilfs- sowie Spendenaktionen sind vom Konzern initiiert worden.

Ukraine forderte Russlands Entfernung aus dem Netz

Die Ukraine versuchte ihrerseits, digitale Sanktionen gegen Russland durchzusetzen. Neben der Initiierung einer „IT-Armee“, die russische Seiten angreifen soll, bat das Land die Netzverwaltung ICANN darum, die Domain-Endung ru. aus der globalen Rootzone zu entfernen. Auf diese Weise sollte Russland vom Internet abgeschnitten werden – außerhalb Russlands wären die entsprechenden Seiten dann nicht mehr zu erreichen gewesen, innerhalb Russlands zumindest eingeschränkt. Auch der IP-Adressverwalter RIPE NCC sollte angeschrieben werden mit der Bitte, russischen Firmen die IP-Adresse zu entziehen.

ICANN hat mittlerweile auf das Ansuchen reagiert und es mit dem Verweis auf Neutralität abgelehnt. Gleichzeitig betonte die Netzverwaltung ihre Solidarität mit der Ukraine. (tl)